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Wasserversorgung

Staumauer der Talsperre Neunzehnhain 2
Die Staumauer der Talsperre Neunzehnhain 2 ist mehr als 100 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz.  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf: Kirsten J. Lassig

Hochwasser und Trockenheit - die letzten Jahre zeigten einmal mehr, dass wir uns auch hier in Sachsen künftig auf häufigere Wetterextreme einstellen müssen. Wir arbeiten für eine stabile Wasserversorgung - egal ob bei Hochwasser oder Trockenheit. Dafür sind Talsperren und Speicher unverzichtbar. Nach den aktuellen Klimaprognosen werden sie in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.

Sachsen ist ein Bundesland mit sehr vielen Stauanlagen. Mit unseren 23 Trinkwasser-, 30 Brauchwassertalsperren und mehr als 30 sonstigen Stauanlagen sind wir gewappnet für Extreme. Fast die Hälfte des sächsischen Trinkwassers stammt aus den Talsperren der Landestalsperrenverwaltung. Damit sie immer einwandfrei funktionieren, müssen die Stauanlagen ständig gewartet und überwacht werden. Eine kluge Steuerung der Anlagen gehört genauso dazu - jeden Tag und ganz besonders in Extremsituationen.

Die meisten der sächsischen Trinkwassertalsperren sind miteinander verbunden. Mit diesen Überleitungssystemen kann Wasser dort hingeleitet werden, wo es gerade gebraucht wird. Damit können beispielsweise in Trockenperioden Engpässe vermieden werden. Aber auch für die Wasserqualität ist das System von großem Vorteil. So kann beispielsweise bei lokalen Starkniederschlägen jederzeit auf Wasser mit der bestmöglichen Qualität zurückgegriffen werden.

Wartungsarbeiten an der Talsperre Rauschenbach
Wartungsarbeiten an der Talsperre Rauschenbach  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf: Jan Gutzeit

Viele Talsperren in Sachsen sind schon sehr alt. Es kommen aber auch heute noch neue Stauanlagen hinzu. Um ihre Funktionsfähigkeit zu gewährleisten und sie für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zu erhalten, müssen sie ständig unterhalten und gewartet werden. Turnusgemäß werden alle Betriebseinrichtungen Funktionsproben unterzogen.

Jede Stauanlage hat einen eigenen Kontroll- und Wartungsplan, der durch die Mitarbeiter/innen der Staumeistereien umgesetzt wird. Dafür werden neben der Staumauer oder dem Staudamm unter anderem alle Außenanlagen, Pegel, Zu- und Abläufe sowie Ufer, Geländer und sogar Informationsschilder regelmäßig in Augenschein genommen.

Besonders wichtig ist das regelmäßige Entfernen von Schwemmgut, das Schmieren von beweglichen Teilen und Korrosionsschutz. Kleinere bauliche Schäden werden von den Staumeistereien selbst beseitigt. Sind größere Reparaturen nötig, werden diese zusammen mit Ingenieurbüros geplant und an Baufirmen vergeben.

Grafische Darstellung des Talsperrenverbundsystems "Mittleres Erzgebirge - Osterzgebirge"
Grafische Darstellung des sächsischen Talsperrenverbundsystems "Mittleres Erzgebirge - Osterzgebirge"  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Das größte Verbundsystem ist der Talsperrenverbund "Mittleres Erzgebirge - Osterzgebirge". Mit ihm sichert die Landestalsperrenverwaltung die Trinkwasserversorgung für die Ballungszentren Chemnitz und Dresden sowie für deren Umland. Sollte es zu einem Engpass kommen, kann das Rohwasser über ein System aus Rohrleitungen, Stollen, Fließgewässern, Gräben und Teichen aus einer anderen Talsperre an die Wasserwerke abgegeben werden.

Insgesamt sind acht Talsperren (Lehnmühle, Klingenberg, Lichtenberg, Rauschenbach, Saidenbach, Neunzehnhain I und II, Einsiedel) sowie die Revierwasserlaufanstalt Freiberg in dem System miteinander verbunden. Zusätzlich trägt die Talsperre Eibenstock zur Versorgung der Stadt Chemnitz und Umland bei. Der Verbund sichert nicht nur die Trinkwasserversorgung, sondern dient darüber hinaus auch dem Hochwasserschutz.

Anpassungsstrategien in der Wassergütebewirtschaftung © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Britta Andreas

Talsperren sind das Rückgrat der sächsischen Wasserversorgung. So konnte die gesamte Wasserversorgung der Landeshauptstadt Dresden beim Junihochwasser 2013 über das Talsperresystem Klingenberg-Lehnmühle abgedeckt werden, als die Wasserwerke an der Elbe vom Netz gingen. Auch in den Trockenjahren 2018 und 2019, als die Grundwasserbrunnen längst trocken lagen, konnten die Wasserwerke zuverlässig mit Rohwasser aus den sächsichen Trinkwassertalsperren versorgt werden.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat die Landestalsperrenverwaltung Anpassungsstrategien an den Klimawandel aufgestellt. Dazu gehören technische und bauliche Maßnahmen genauso wie eine Anpassung der Bewirtschaftung. Jede Talsperre muss dabei einzeln betrachtet werden. Denn nicht alle Maßnahmen machen überall Sinn.

Technische Möglichkeiten:

  • Bau von Vorsperren
  • Umleitung von getrübtem Wasser um die Hauptsperre herum
  • Wasserentnahmen aus unterschiedlichen Höhen
  • Abgabe von Oberflächenwasser durch epilimnische Entnahmemöglichkeiten
  • Eintrag von Sauerstoff bei geringer Sättigung

Anpassung der Bewirtschaftung:

  • flexible Talsperrenbewirtschaftung
  • teilweiser Einstau der Hochwasserrückhalteräume in Zeiten mit geringem Hochwasserrisiko
  • Reduzierung der Mindestwasserabgabe bei extremer Trockenheit

Wichtig sind jedoch vor allem der Ausbau der Talsperrenverbundsysteme sowie die Schaffung von Überleitungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Einzugsgebieten. Damit kann das Wasser - auch in längeren Trockenperioden - immer dahin geleitet werden, wo es gerade gebraucht wird.

Talsperre Eibenstock im Überlauf beim Junihochwasser 2013
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Reiner Lautenschläger

Wassermenge

Fast alle sächsischen Talsperren sind multifunktional. Sie dienen der Trink- oder Brauchwasserversorgung aber auch dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung, der Energiegewinnung und der Naherholung. Die Aufgabe der Landestalsperrenverwaltung ist es, diese verschiedenen Nutzungen in Einklang zu bringen.

Probenahme an der Talsperre Eibenstock
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Zebra Werbeagentur

Wassergüte

Trinkwasser ist das am besten kontrollierteste Lebensmittel in Deutschland. Unsere Talsperren stehen ganz am Anfang der Kette. Sie speichern Rohwasser, welches zur Trinkwasseraufbereitung an Wasserwerke abgegeben wird oder als Brauchwasser an Betiebe. Damit bereits das Rohwasser die bestmögliche Qualität hat, wird viel Aufwand betrieben.

Alignement-Vermessung an der Talsperre Pirk
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Matthias Kaiser

Technische Überwachung

Talsperren sind eindrucksvolle Ingenieurbauwerke - aber vor allem lebensnotwendige Infrastruktur. Um jederzeit funktionsfähig und sicher zu sein, müssen sie ständig überwacht werden.

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