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Talsperrenmeldezentrale

Talsperrenmeldezentrale
In der Talsperrenmeldezentrale geht immer jemand ans Telefon, wenn ein Hochwasser droht. Dafür sorgt der Bereitschaftsdienst. Denn hier laufen im Notfall alle Fäden zusammen.  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf: Jan Gutzeit

In der Talsperrenmeldezentrale laufen bei Hochwasser alle Fäden zusammen. Der Bereitschaftsdienst ist dann 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche im Einsatz.

Doch schon bevor ein vorhergesagtes Hochwasser da ist, überlegen wir, wie wir die Situation mit unserenTalsperren entspannen können. So wird beispielsweise beraten, ob der Wasserstand von Talsperren vorab gesenkt werden kann oder wie die Hochwasserrückhaltebecken gesteuert werden sollen.

Das geht natürlich nur durch eine enge Zusammenarbeit mit den Betrieben vor Ort, dem Deutschen Wetterdienst und dem Landeshochwasserzentrum Sachsen.

digitale Datenanzeige des Hochwasserrückhaltebeckens Neuwürschnitz
Die Messdaten des Hochwasserrückhaltebeckens Neuwürschnitz werden automatisch an die Talsperrenmeldezentrale übertragen.  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Katrin Schöne

Täglich werden in der Talsperrenmeldezentrale rund 3,5 Gigabyte an Daten verarbeitet. Die Datenverarbeitung ist komplett automatisiert. So können die vielen Informationen, die für die Bewirtschaftung der Stauanlagen wichtig sind, effizient aufbereitet werden. Die Datenerfassung und -verarbeitung erfolgt über zentrale Datenschnittstellen, Programme und Datenbankanwendungen.

Aus den Prozessleitsystemen der Betriebe der Landestalsperrenverwaltung werden kontinuierlich Messwerte in die Talsperrenmeldezentrale übertragen. Die Inhalts-, Zufluss-, Abgabe- und Niederschlagsdaten der einzelnen Anlagen werden dort automatisiert und manuell validiert und Anwendern bereitgestellt. Sie gehen unter anderem in die Prognosen des Landeshochwasserzentrums ein. Für die Öffentlichkeit werden die Daten im Internet veröffentlicht.

Die Anforderungen an die Datenverarbeitung sind in den letzten Jahren auch in der Wettervorhersage erheblich gestiegen. Hydrologische und wasserwirtschaftliche Daten werden heute ebenfalls meist online erfasst und übertragen. Seit 2015 arbeitet die Talsperrenmeldezentrale deshalb mit einem digitalen Vorhersagesystem, dem FloodEarlyWarningSystem (FEWS).

Hochwassermeldepegel Sachsen (unvollständig)
Karte mit Hochwassermeldepegeln in Sachsen  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Gestaltung: VOR Werbeagentur

Bahnt sich ein Hochwasser an, arbeitet die Talsperrenmeldezentrale eng mit dem Landeshochwasserzentrum zusammen. Es werden Hochwasserinformationen gesammelt und auf das jeweilige Flussgebiet bezogen ausgewertet, die hydrologische Situation bewertet und Prognosen zur Talsperrenbewirtschaftung erstellt.

All diese Informationen bilden eine wichtige Grundlage für die Hochwasservorhersage der einzelnen Flussgebiete in Sachsen. Mit der Talsperrenmeldezentrale kann die Landestalsperrenverwaltung auf mögliche Hochwassergefahren rechtzeitig reagieren und die richtigen Entscheidungen zur Bewirtschaftung ihrer Stauanlagen treffen.

Talsperre Eibenstock im Überlauf beim Junihochwasser 2013
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Reiner Lautenschläger

Wassermenge

Fast alle sächsischen Talsperren sind multifunktional. Sie dienen der Trink- oder Brauchwasserversorgung aber auch dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung, der Energiegewinnung und der Naherholung. Die Aufgabe der Landestalsperrenverwaltung ist es, diese verschiedenen Nutzungen in Einklang zu bringen.

Hochwasser 2013 in der Dresdner Altstadt
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Dr. Stefan Dornack

Hochwasserschutz

In den vergangenen Jahrhunderten war Sachsen immer wieder von Hochwasser betroffen. Auch beim Augusthochwasser 2002 kam es zu verheerenden Schäden. Seitdem hat die Landestalsperrenverwaltung Sachsen mehr als zwei Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert.

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