Der Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau

Talsperre Neunzehnhain II im Überlauf
Die Talsperre Neunzehnhain 2 wurde kurz vor dem 1. Weltkrieg gebaut. Bei der Weltausstellung in Paris 1900 erhielten die Ingenieurplanungen "Talsperren bei Neunzehnhain und Einsiedel" eine Goldmedaille. 
© Landestalsperrenverwaltung, Fotograf Kirsten J. Lassig

Talsperren haben eine lange Tradition im Ergebirge. Bereits im 16. Jahrundert wurden hier Wasserspeicher für den Erzbergbau angelegt. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert stieg der Wasserbedarf vor allem in der aufstrebenden Industriestadt Chemnitz. Es wurden viele Talsperren gebaut und diese miteinander verbunden. Zusammen mit der Revierwasserlaufanthalt Freiberg entstand so das Talsperrensystem im mittleren und östlichen Erzgebirgsraum.

Der Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau ist für die Stauanlagen und Gewässer 1. Ordnung in weiten Teilen des Erzgebirgskreises und des Landkreises Mittelsachsen sowie in der Stadt Chemnitz verantwortlich. Der Betrieb hat zwei Sitze: in Lengefeld und in Chemnitz. Außerdem gehören fünf Staumeistereien, drei Flussmeistereien, eine Untersuchungsstelle in Saidenbach und das Hochwasserschutzlager Chemnitz zum Betrieb. Dort lagern rund 2,5 Millionen Sandsäcke für den Notfall.

Dazu hat der Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau seit dem Augusthochwasser 2002 viele Hochwasserschutzprojekte umgesetzt. Das Hochwasserrückhaltebecken Neuwürschnitz konnte
Viel gebaut wurde auch in der Stadt Chemnitz, die durch gleich drei größere Gewässer - der Würschnitz, der Zwönitz und der Chemnitz - besonders gefährdet ist. Seit 2014 ist die Chemnitzer Innenstadt nun vor einem Hochwasser geschützt, wie es statistisch einmal in 100 Jahren auftritt (HQ100). Aber auch andere

Kontakt zum Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau

Landestalsperrenverwaltung Sachsen

Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau

Besucheradresse:
Am Roten Turm 1
09496 Marienberg

Telefon: 037367 3100

Telefax: 037367 310-130

E-Mail: Betrieb.FMZ@ltv.sachsen.de

Sitz Pockau-Lengefeld
zuständig für Chemnitz, z.T. Landkreis Mittelsachsen, z.T. Erzgebirgskreis
Staumeistereien Cranzahl, Lichtenberg, Neunzehnhain, Rauschenbach, Revierwasserlaufanstalt Freiberg, Saidenbach
Flussmeistereien Annaberg, Chemnitz, Dörnthal
Untersuchungsstelle Saidenbach
Stauanlagen

11 Trinkwassertalsperren
6 Brauchwassertalsperren
1 Hochwasserrückhaltebecken

Gesamtstauraum 64 Millionen Kubikmeter
davon Hochwasserrückhalteraum 12 Millionen Kubikmeter
Hochwasserschutzlager Chemnitz
Hochwasserschutzdeiche rund 35 Kilometer
Hochwasserschutzwände rund 21 Kilometer
Flusskilometer 630 Kilometer
davon Grenzgewässer 93 Kilometer

 

Luftbild von der Talsperre Neunzehnhain I mit Staumiestergebäude
Die Staumeisterei Einsiedel/Neunzehnhain befindet sich direkt an der Talsperre Neunzehnhain 1.  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Luftbild: Stefan Unger, Zschorlau

Die Staumeister und ihre Kolleg/innen bewirtschaften und unterhalten die Stauanlagen des Betriebes vor Ort. Sie führen außerdem die täglichen Messungen und Sichtkonrollen durch und regeln die Wasserabgabe an Wasserwerke, Industriebetriebe oder den Unterlauf des jeweiligen Flusses.

Die Staumeisterei Neunzehnhain hat ihren Sitz an der Talsperre Neunzehnhain 1. Sie betreibt außerdem die Schwesterntalsperre Neunzehnhain 2 und Einsiedel bei Chemnitz.

Außerdem hat der Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau Staumeistereien an den Talsperren Saidenbach, Lichtenberg, Cranzahl und Rauschenbach.

Zur Bereichsstaumeisterei Revierwasserlaufanstalt Freiberg gehören zehn Kunstteiche, die durch Kunstgräben und Stollen (Röschen) miteinander verbunden sind.

Betriebshof der Flussmeisterei Chemnitz mit Hochwasserschutzlager
Flussmeisterei Chemnitz mit Hochwasserschutzlager der Landesreserve  © Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf: Jan Gutzeit

Die Flussmeister und ihre Mitarbeiter/innen sorgen für die Unterhaltung der Gewässer 1. Ordnung. Sie entfernen Abflusshindernisse wie umgefallene Bäume und Sedimentanlagerungen. Sie pflegen Gehölze, Deiche und Böschungen. Auch Renaturierungen von Flussläufen werden teilweise durch die Flussmeistereien selbst durchgeführt. Größere Maßnahmen werden an Firmen vergeben.

Jedes Jahr werden die Deiche unter die Lupe genommen. Auch andere Hochwasserschutzanlagen wie Mauern, Siele, Pumpwerke und Scharten müssen ständig überwacht und gewartet werden. Bei Hochwasser stehen die Fachleute aus den Flussmeistereien den Katastrophenstäben und Wasserwehren als Berater zur Seite.

Zum Betrieb Freiberger Mulde / Zschopau gehören die Flussmeistereien Chemnitz, Dörnthal und Annaberg. In der Flussmeisterei Chemnitz befindet sich eines der vier Lager der Landesreserve zur Hochwasserbekämpfung des Freistaates Sachsen. Der Sitz der Flussmeisterei Dörnthal befindet sich direkt am Dörnthaler Teich, der seit Sommer 2019 als Teil der Revierwasserlaufanstalt Freiberg zum Weltkulturerbe gehört.

Flussmeisterei Chemnitz

Gebiet Stadt Chemnitz,nördlicher Landkreis Mittelsachsen, nördlicher Erzgebirgskreis
Gewässer Chemnitz, Gablenzbach, Große Striegis, Stadtguttalbach, Unterer Querenbach, Würschnitz, Zschopau (Teilabschnitt), Zwönitz, Zwickauer Mulde (Teilabschnitt)
Flusskilometer 179 km
Hochwasserschutz* 13 km Deiche
11 km Hochwasserschutzwände
1 Pumpwerk
Wasserbauliche Anlagen* 6 Wehre
23 Sohlbauwerke
9 Fischaufstiegsanlagen
Besonderheiten betreibt Hochwasserrückhaltebecken Neuwürschnitz
betreibt Hochwasserschutzlager der Landesreserve

Flussmeisterei Dörnthal

Gebiet südlicher Landkreis Mittelsachsen, östlicher Erzgebirgskreis
Gewässer Bobritzsch, Flöha (Teilabschnitt), Freiberger Mulde (Teilabschnitt), Gimmlitz, Große Lößnitz, Haselbach, Saidenbach, Zschopau (Teilabschnitt)
Flusskilometer 164 km
Hochwasserschutz* 8 km Deiche
6 km Hochwasserschutzwände
Wasserbauliche Anlagen* 1 Wehr
2 Sohlbauwerke
1 Fischaufstiegsanlagen

Flussmeisterei Annaberg

Gebiet mittlerer Erzgebirgskreis, westliches Mittelsachsen
Gewässer Flöha (Teilabschnitt), Lampertsbach, Lautenbach, Natzschung, Pöhlbach, Preßnitz, Schwarze Pockau, Schweinitz, Sehma, Willisch, Zschopau (Teilabschnitt), Grenzgewässer
Flusskilometer 287 km, davon 93 km Grenzgewässer zu Tschechien
Hochwasserschutz* 14 km Deiche
3 km Hochwasserschutzwände
1 Pumpwerk
Wasserbauliche Anlagen* 13 Sohlbauwerke
2 Fischaufstiegsanlagen

*Aufgrund der Umsetzung zahlreicher Hochwasserschutzmaßnahmen erweitert sich der Anlagenbestand der Landestalsperrenverwaltung ständig. Die Zahlen bilden den Stand März 2020 ab.

Themenkarte der Landestalsperrenverwaltung

Auf unserer Themenkarte finden Sie unter anderem die Stauanlagen und Hochwasserschutzprojekte der Landestalsperrenverwaltung, aber auch die Zuständigkeitsbereiche unserer Betriebe sowie deren Flussmeistereien.

Untersuchungsstellen

Foto eines Laborgerätes aus einer der Untersuchungsstellen
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf: Jan Gutzeit

Zu den Betrieben der Landestalsperrenverwaltung gehören drei Untersuchungsstellen - in Paulsdorf im Osterzgebirge, in Saidenbach im Erzgebirge und in Plauen im Vogtland.

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